St. Martin

Aber nach dem Feuer

Kam eine Stimme verschwebenden Schweigens.

Elija verhüllte sein Antlitz mit seinem Mantel. (1 Kön 19, 12 / M. Buber)

 

Das verschwebende Schweigen

fordert den Menschen ein,

sich auf eine andere Lebensebene einzulassen,

sich von einer anderen Lebensqualität tragen zu lassen.

 

Irdische Sicherheit vergeht,

himmlische Verschwiegenheit durchdringt Leib, Geist und Seele.

 

Nicht mehr der laute Ton der Worte,

sondern die leise Stimme des Herzens,

nicht mehr der moralische Appell der Regeln,

sondern die überzeugende Stimme der Liebe

eröffnen einen neuen Lebensweg.

 

So wandelt Jesus über dem Wasser,

weil auch ER

getragen ist

von der Stimme

verschwebenden Schweigens

der Gegenwart des Gottes.

 

....Stieg ER auf einen Berg, um für sich allein zu beten.

Als es Abend wurde, war ER allein dort....

In der vierten Nachtwache kam ER zu ihnen

Wandelnd (peripaton) über den See....  (vgl Mt 14, 22-33)

 

Das göttliche Schweigen allein auf dem Berg

verwandelt und lässt wandeln

und lädt ein,

sich vom Urvertrauen

in das verschwebende Schweigen

tragen zu lassen.

 

Jürgen Heinen